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Exotenwald Weinheim: Spaziergang durch eines der größten Arboreten Europas

Der Exotenwald Weinheim: rund 60 ha, etwa 170 Baumarten, Küstenmammutbäume bis 60 m. Tipps zu Rundwegen, Herbstfärbung und Anfahrt.

Aktualisiert: Juni 2026

Wer in Weinheim einen Spaziergang sucht, der nicht nach Sonntagsroute, sondern nach Expedition aussieht, geht in den Exotenwald. Direkt oberhalb des Schlossparks beginnt ein Stück Wald, das nicht hierher zu gehören scheint: Küstenmammutbäume aus Kalifornien, fernöstliche Nadelhölzer, nordamerikanische Eichen und mediterrane Arten stehen hier dicht beieinander und bilden auf rund 60 Hektar eines der größten Arboreten Europas. Du musst dafür keinen Eintritt zahlen und keine Zeiten beachten, der Wald gehört zu Weinheim wie die Burgruine Windeck über der Stadt.

Was ist der Exotenwald Weinheim?

Der Exotenwald ist kein angelegter Park mit Beeten und Wegweisern auf jedem Schritt, sondern ein echter Forst, in dem fremdländische Baumarten in ganzen Beständen wachsen. Genau das macht ihn besonders: Statt einzelner Schaustücke siehst du ganze Gruppen von Mammutbäumen oder fernöstlichen Nadelbäumen so, wie sie auch in ihrer Heimat zusammenstehen würden.

Gegründet wurde der Wald 1872 von Christian Freiherr von Berckheim, der über mehrere Jahre tausende Bäume aus aller Welt anpflanzen ließ. Nicht jede Art hat das Klima an der Bergstraße überstanden, doch viele haben sich prächtig entwickelt. Heute sind rund 170 Baumarten erhalten, sie stammen aus Nordamerika, Ostasien, dem Mittelmeerraum und weiteren Regionen der Welt. 1955 ging der Wald an das Land Baden-Württemberg über, das ihn auf seine heutige Größe von etwa 60 Hektar erweiterte.

Die Mammutbäume und andere Riesen

Die Stars des Exotenwaldes sind die Küstenmammutbäume, auch Sequoien genannt. Sie gehören zu den höchsten Bäumen der Erde, und auch in Weinheim wachsen sie in den Himmel: Hier erreichen Exemplare Höhen von bis zu 60 Metern. Wenn du am Fuß eines solchen Baumes stehst und nach oben schaust, bekommst du eine Ahnung davon, warum diese Art in Kalifornien ganze Wälder dominiert.

Neben den Mammutbäumen lohnt sich der Blick auf die übrigen Bestände. Schwarzkiefern haben dort, wo empfindlichere Arten nicht durchhielten, deren Platz eingenommen und prägen heute eigene Abschnitte des Waldes. Informationstafeln entlang der Wege erklären dir die wichtigsten Baumgruppen, sodass aus dem Spaziergang fast nebenbei eine kleine Lehrstunde in Dendrologie wird.

Wer noch mehr botanische Besonderheiten sehen möchte, geht einfach ein Stück bergab in den angrenzenden Schlosspark, der unmittelbar zum Weinheimer Schloss gehört. Dort stehen unter anderem eine sehr alte Libanon-Zeder, weitere Mammutbäume und ein Ginkgo. Ein zweiter lohnender Gartenausflug in der Nähe ist der Hermannshof, einer der bedeutendsten Staudengärten Europas.

Welche Rundwege gibt es im Exotenwald?

Der Wald ist gut mit Wegen erschlossen, und drei markierte Rundwege helfen dir, dich nicht zu verlaufen und trotzdem die schönsten Ecken mitzunehmen:

  • Schwarzkiefern-Rundweg (rund 2,4 km): die kürzeste Runde, gut für einen entspannten Nachmittagsspaziergang oder mit Kindern.
  • Exotenwald-Rundweg (rund 3,1 km): die mittlere Strecke, die dich an einem guten Querschnitt der Baumbestände vorbeiführt.
  • Großer Rundweg (rund 4,4 km): die längste Variante für alle, die den Wald in seiner ganzen Tiefe erleben wollen.

Alle drei Runden lassen sich gut kombinieren oder erweitern. Da der Exotenwald am Hang liegt, gehst du fast immer ein Stück bergauf und wieder hinab. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, vor allem nach Regen, denn auf den Waldwegen kann es feucht und rutschig werden.

Wenn du es lieber etwas geführter magst: In der wärmeren Jahreshälfte werden regelmäßig öffentliche Führungen durch den Exotenwald angeboten. Termine und Treffpunkte erfährst du am verlässlichsten über die Stadt Weinheim, da sich Zeiten und Angebot von Saison zu Saison ändern können. Bitte vorab prüfen, bevor du losziehst.

Warum lohnt sich der Exotenwald im Herbst besonders?

Wenn es einen Höhepunkt im Jahr gibt, dann ist es der Herbst. Die Mischung aus europäischen und fremdländischen Laubbäumen sorgt für eine außergewöhnlich vielfältige Färbung: nordamerikanische Eichen und Ahorne leuchten in Rot- und Orangetönen, dazwischen halten die immergrünen Nadelbäume das satte Dunkelgrün. Diese Kombination findest du in einem normalen Bergstraßenwald so nicht, und genau deshalb kommen im Oktober und November viele Besucherinnen und Besucher gezielt zum Fotografieren. Wie sich diese Stimmung am besten einfangen lässt, zeigt unser Beitrag zum Exotenwald im Herbst.

Für Herbstfotos lohnt es sich, früh am Morgen oder in der späten Nachmittagssonne zu kommen. Das tief stehende Licht fällt dann seitlich durch die Bäume und bringt das Laub regelrecht zum Glühen. Wer Nebeltage nicht scheut, wird mit besonders stimmungsvollen Aufnahmen belohnt, wenn die Sequoien wie Schatten aus dem Dunst ragen.

Aber auch der Rest des Jahres hat seinen Reiz. Im Frühjahr treiben die Laubbäume frisch aus, im Sommer spendet das dichte Kronendach angenehmen Schatten an heißen Tagen, und der Winter zeigt die Architektur der kahlen Bäume neben den dunklen Nadelriesen. Der Exotenwald ist damit ein Ausflugsziel für jede Jahreszeit.

Anfahrt und praktische Tipps

Der Exotenwald schließt südlich an den Weinheimer Schlosspark an und ist vom Stadtzentrum in wenigen Gehminuten erreichbar. Am einfachsten gehst du vom Schloss durch den Schlosspark bergauf und stehst dann fast unmerklich schon im Wald, ein Eingangstor gibt es nicht. Diese Nähe macht den Exotenwald auch zu einem guten Baustein für einen größeren Stadtspaziergang, der Schlosspark, Altstadt und Bergstraße verbindet. Wer länger bleiben und mehrere Ziele verbinden möchte, findet bei den besten Hotels in Weinheim eine passende Unterkunft in Laufnähe.

Gut zu wissen:

  • Eintritt: frei. Der Exotenwald ist öffentlicher Wald und ganzjährig ohne Anmeldung begehbar.
  • Anreise zu Fuß: vom Marktplatz und Schloss durch den Schlosspark, dann bergauf in den Wald.
  • Anreise mit Bahn: Weinheim ist über S-Bahn und die OEG-/RNV-Linie 5 aus Mannheim und Heidelberg gut erreichbar, vom Bahnhof geht es in Richtung Altstadt und Schloss.
  • Ausrüstung: festes Schuhwerk, da es hügelig und nach Regen rutschig sein kann. Im Sommer Wasser einpacken.
  • Hunde: Im Wald sind angeleinte Hunde üblich, bitte Rücksicht auf Wild und andere Gäste nehmen.
  • Beste Zeit zum Fotografieren: Herbst (Oktober/November) bei tief stehender Morgen- oder Abendsonne.

Wer den Exotenwald mit weiteren Zielen verbinden möchte, findet im Umfeld reichlich Stoff: oberhalb thront die Burgruine Windeck, und im Tal warten Altstadt, Gerberbachviertel und der Hermannshof. Einen Überblick über alle lohnenden Ziele in der Stadt bekommst du in unserer Übersicht der Weinheimer Sehenswürdigkeiten.

Häufige Fragen

Rund um Exotenwald Weinheim: Spaziergang durch eines der größten Arboreten Europas

Ist der Exotenwald Weinheim frei zugänglich?

Ja. Der Exotenwald ist ein öffentlicher Wald und ganzjährig kostenlos zu Fuß begehbar. Es gibt keinen Eingang und keine Öffnungszeiten, du gehst einfach hinein.

Wie groß ist der Exotenwald und wie viele Baumarten gibt es?

Der Exotenwald umfasst heute rund 60 Hektar. Erhalten geblieben sind etwa 170 Baumarten aus mehreren Erdteilen, das macht ihn zu einem der größten Arboreten Europas.

Wo stehen die Mammutbäume in Weinheim?

Küstenmammutbäume (Sequoien) wachsen mitten im Exotenwald und erreichen Höhen bis etwa 60 Meter. Weitere große Bäume wie Mammutbaum, Libanon-Zeder und Ginkgo findest du im angrenzenden Schlosspark.

Wie komme ich zum Exotenwald Weinheim?

Der Exotenwald schließt südlich an den Schlosspark an und ist vom Stadtzentrum in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Du gehst durch den Schlosspark bergauf und stehst direkt im Wald.